So viel Wasser

Eine Quiddje entdeckt Hamburg

So viel Wasser Wie alles begann

Wie alles begann

Es begann an einem Sonntag im März 2018. Ich hatte zwei Tage beruflich in Hamburg zu tun und reiste am Sonntag schon an, um den Tag mit meiner Freundin Maice zu verbringen. Hamburg empfing mich nicht mit Schietwetter, sondern mit ziemlich strahlendem Sonnenschein. Maice holte mich mit strahlendem Gesicht am Flughafen ab und fuhr mit mir stadteinwärts.

„Ich zeige dir mal ein bisschen Hamburg“, sagte sie und parkte das Auto in einer Straße mit viel Altbau und viel Leben. „Mittagessen?“. Natürlich Mittagessen.

„Wo sind wir?“, fragte ich.

„In Eppendorf“, sagte Maice.

Wir aßen Flammkuchen in einem Bistro auf dem Eppendorfer Weg, fuhren durch Eimsbüttel, wo sie in jungen Jahren mal in einem Rotklinkerblock gewohnt hat und weiter durch Altona zur Elbchaussee. Über eine Treppengasse namens Himmelsleiter spazierten wir hinunter zur Elbe. Vorbei an der Strandperle und zauberhaften Kapitänshäusern, mit Blick auf den Elbstrand auf unserer Seite und endlose Hafenanlagen auf der anderen Seite erreichten wir den Museumshafen Övelgönne, wo historische Schiffe liegen und besichtigt werden können. Als wir dort ankamen, war ich schon verzaubert. Sonne, frische Luft, Wasser, Schiffe und schöne Architektur hatten ihre Arbeit getan. Wir gingen weiter, direkt am Wasser entlang bis zum Dockland, einem Bürogebäude mit der Form eines Parallelogramms, auf das man hochsteigen kann. Von oben sieht man die Hafencity mit der Elbphilharmonie. Irgendwo auf dem Weg dahin passierte es. In meinem Kopf poppte die Frage auf, die immer mal wieder aufpoppt, wenn es mir irgendwo gefällt. Warum lebe ich in einer Stadt, die ich nicht mag, wenn es auch schöne Städte gibt? Aber dabei blieb es nicht.

„Du kannst doch auch hier arbeiten“, sagte Hamburg.

„Du kannst vielleicht in einem dieser Kapitänshäuser wohnen. Oder in einem schicken Jugendstilhaus in Eppendorf oder etwas preiswerter in Rotklinker“, fuhr Hamburg großzügig fort.

Du hast Recht, dachte ich. Eigentlich hast du absolut Recht. Warum tue ich das nicht? Was spricht dagegen? Was hält mich jetzt noch in Köln…

„Wo würde ich in Hamburg leben“, fragte ich Maice auf dem Rückweg.

„In Winterhude“, sagte Maice, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. „Leute wie du wohnen in Winterhude.“

Auf dem Weg zu ihr nach Hause zeigte Maice mir Winterhude. Am Abend suchte sie schon nach einer Wohnung für mich.

Für mich war es zunächst eine fixe Idee. Wie oft hatte ich solche fixen Ideen schon gehabt. Vor zwei Jahren wollte ich nach Lissabon ziehen. Jahre zuvor glaubte ich, man könne nur in Brooklyn leben. Aber diesmal war es anders.

Hamburg sprach weiter mit mir. Bis ich der inzwischen gar nicht mehr so fixen Idee eine Chance gab. Wozu hat mein Arbeitgeber eigentlich eine Niederlassung in Hamburg?

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