So viel Wasser

Eine Quiddje entdeckt Hamburg

So viel Wasser Allgemein Umsteigen am Jungfernstieg

Umsteigen am Jungfernstieg



Irgendwann werde ich es lernen…

Es gibt viele Wege von meinem Arbeitsplatz nach Hause.
Der unter normalen Bedingungen schnellste ist mit der S31 von Hammerbrook zum Bahnhof Dammtor und von dort mit dem 5er Bus weiter. Das dauert, wenn alles gut geht etwa 45 Minuten, Bürotür zu Haustür. Allerdings geht nicht immer alles gut. Der 5er Bus – ich habe vermutlich schon erwähnt, dass es sich um Europas frequentierteste Buslinie handelt – fährt alle 3-5 Minuten, ist ziemlich zuverlässig und nicht die Schwachstelle der Verbindung. Weit weniger zuverlässig ist die S31. Sie fährt eigentlich alle 10 Minuten, was man als extrem komfortabel empfindet, wenn man lange in Köln gelebt hat. Eigentlich. In der Realität ist die Durchsage „aufgrund einer Signalstörung verkehren die S-Bahn-Züge auf diesem Streckenabschnitt derzeit unregelmäßig“ keine Seltenheit. Manchmal wird diese Durchsage auch eingespart und die Bahn kommt trotzdem nicht.

Heute war mal wieder so ein Tag. Ich kam spät aus dem Büro, es war dunkel und relativ kalt. Am Bahnhof Hammerbrook war die S3 in 5 Minuten ausgeschildert. Keine weiteren Züge. Das machte mich misstrauisch. Ich zog die HVV-App zu Rate, die mir mitteilte, dass die S31 3 Minuten nach der S3 kommen würde. Die S3 ist eine Alternative, wenn man weiß, dass die S31 nicht kommt. Sie fährt über Jungfernstieg, wo ich auch in den 5er Bus steigen kann. Dauert nur länger. Es sind drei Bushaltestellen mehr, was noch nicht so viel Zeitunterschied bedeuten würde. Was aber Zeit kostet, ist das Umsteigen am Jungfernstieg. Dort treffen sich drei S-Bahnen und drei U-Bahnen, es gibt unzählige Ausgänge und der Bahnhof ist ein einziges Labyrinth. Irgendwann im letzten Sommer kam ich einmal dort an und erreichte mit Hilfe von sommerlicher Intuition einen Ausgang, wo ich schon von der Treppe aus das Wasser sehen konnte, die Binnenalster. Ein Blick, der mein Herz hüpfen lies. Leider ist es mir seitdem nicht mehr gelungen, diesen Ausgang ohne endloses Umherirren im unterirdischen Labyrinth erneut zu finden. Was sehr bedauerlich ist, denn ich mag die Binnenalster und würde gerne öfter mal auf dem Nachhauseweg dort vorbeischauen.

Da es spät war und ich heute keine Lust auf Labyrinth hatte, stieg ich nicht in die S3. Als sie gerade den Bahnhof verließ, gab es eine Durchsage. Nicht die übliche, sondern schlicht die Mitteilung, dass der nächste Zug in 8 Minuten eine weitere S3 sein würde und die nächste S31 erst in 10-12 Minuten kommen würde. Warum kann man das nicht kundtun, solange man noch die Chance hat, in den Zug einzusteigen???
Ich witterte jedenfalls so etwas wie eine Signalstörung und stieg genervt in die nächste S3. Am Jungfernstieg angekommen, tat ich dann etwas, was ich noch nie getan hatte. Ich folgte der Beschilderung „Bus“. Keine gute Idee. Sie leitet zu keinem der Ausgänge am Jungfernstieg, sondern auf die andere Seite, zum Rathausmarkt. Auch dort kann man in den 5er Bus steigen und mit ihm zum Jungfernstieg fahren. Aber das ist unsinnig, weil eine weitere Haltestelle mehr und außerdem kann man dann nicht der Binnenalster einen Guten Abend wünschen. Ihr allenfalls zuwinken. Und man muss auch erst den Rathausmarkt überqueren – um dann den Bus gerade abfahren zu sehen. Gut, dass er wenigstens alle paar Minuten fährt.

Aber irgendwann werde ich lernen, am Jungfernstieg richtig umzusteigen…

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