So viel Wasser

Eine Quiddje entdeckt Hamburg

So viel Wasser Allgemein Einkaufen in Altona

Einkaufen in Altona



Ab und zu fahre ich zum Einkaufen nach Altona. Das stößt bei Hamburgern eher auf Unverständnis. Altona, genauer gesagt die Fußgängerzone von Altonas Altstadt, ist wahrlich kein Shopping-Paradies. Wenn man aus der Unterführung vom Bahnhof Altona kommt und die Große Bergstraße vor sich sieht, könnte man in der Tat Lust bekommen, wieder umzudrehen und sich ich die nächste S-Bahn stadteinwärts zu setzen. Oder den Bahnhof auf der anderen Seite zu verlassen und gemütlich durch Ottensen zu bummeln. Die Große Bergstraße ist flankiert von Zweckarchitektur der 70er Jahre auf der Südseite und die Dichte von Ramschläden und Schnellrestaurants ist hoch.

Es gibt aber mindestens zwei Gründe, dennoch zum Einkaufen vorbei zu kommen. Der eine sind die türkischen Geschäfte. Ob man eine Lammkeule braucht, eine Packung Bulgur oder ein Glas Tahini, eine Bund duftende, frische Minze und ein paar grüne Spitzpaprika oder einfach noch warme Sesamkringel und frisches Fladenbrot, auf der Großen Bergstraße wird man fündig. Die Auswahl ist groß, die Qualität gut. Der andere Grund ist Deutschlands erste und bisher einzige Innenstadtfiliale eines bekannten schwedischen Möbelhauses. Nirgendwo sonst kann man mal eben zu Fuß zu IKEA gehen, um zwei Kissenbezüge zu kaufen und einen Hot Dog mit drei Sossen, Gurkenscheiben und Röstzwiebeln zu essen.
Samstag ist außerdem Markt. Neben Obst und Gemüse, Geflügel, Fisch und Käse kann man hier auch Stoff kaufen, ebenso Billigklamotten und Taschen vom Wühlhaufen. Ein anderes Markterlebnis als der schicke Isemarkt in Hoheluft.

Wenn man etwas genauer hinschaut, gibt es auch eine nicht geringe Anzahl kleiner Läden, etwa ein Reformhaus und eine Buchhandlung (in der ich natürlich auch schon gekauft habe). Es gibt Cafés und auch schöne Altbauten. Es ist eine Welt der Gegensätze. Wohnen möchte ich nicht in Altona Altstadt, aber ab und an vorbei kommen, gerne wieder.

Ich bin (natürlich) mit dem Bus nach Altona gefahren. Zwei Metrobuslinien zum Bahnhof Altona halten unweit meiner Wohnung. Bus fahren in Hamburg ist noch immer ein Erlebnis für mich. Die tägliche Fahrt mit Europas frequentiertester Buslinie zum Bahnhof Dammtor nicht mehr, aber wenn ich am späten Samstag Vormittag in einem Bus sitze, ohne mich wie eine Sardine zu fühlen, sehe ich auch auf mittlerweile bekannten Strecken immer wieder Dinge, die mir bisher nicht aufgefallen sind. Heute drei Eingänge zu Höfen auf der Gärtnerstraße und ein kleines Café mit Moos auf dem Dach und Stühlen am Weiher am Rande des Eimsbütteler Parks. Ich denke dann oft, eigentlich müsste man diese Busstrecken auch einmal zu Fuß ablaufen, um solche Funde genauer zu erkunden. Das erinnert mich an das Projekt eines New Yorkers, der alle Straßen Manhattans abgelaufen ist. Er hat darüber geschrieben. Wie viele Straßen hat Hamburg? Ich habe recherchiert: 8659 amtlich benannte Straßen, Plätze und Brücken. Puh…
Ich habe nicht herausgefunden, wie viele Straßen Manhattan hat, aber Hamburg hat mehr als das 12-fache an Fläche.

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