So viel Wasser

Eine Quiddje entdeckt Hamburg

So viel Wasser Allgemein Literatur und Currywurst

Literatur und Currywurst



Ich stand nach der öffentlichen Vorlesung über Hamburg als Literaturstadt vor dem Hauptgebäude der Uni und überlegte, zu welcher Bushaltestelle ich gehen sollte. Nach links zum Bahnhof Dammtor, vielleicht ein paar Schritte weniger zu gehen oder nach rechts zu Universität/Staatsbibliothek, eine Haltestelle näher an zuhause. Ich entschied mich für rechts, ging los und stellte zufrieden fest, dass es nicht mehr regnete und abends um sechs schon nicht mehr ganz so dunkel war, wie nach der letzten Vorlesung im Dezember. Nach ein paar Schritten kam ich auf die Idee, dass ich dann auch noch eine Haltestelle weiter zu Fuß gehen könnte, bis Grindelhof, um bei Jokers zu schauen, ob die Fremdsprachenkalender schon reduziert waren. Wieder eine kleine Lektion Spanisch jeden Tag täte mir gut.

Dieses Stück der Grindelallee war ich noch nie zu Fuß gegangen. Täglich fahre ich mit dem Bus hier entlang. Ein paar Geschäfte und Lokale hatten sich mir dabei schon eingeprägt, wegen markanter Leuchtreklamen – so z.B. Mr. GoodTea mit BubbleTea und asiatischen Speisen – oder wegen „muss ich unbedingt mal hin“ – so z.B. die Heinrich-Heine-Buchhandlung oder auch Jokers. Was mir nicht bewusst war, ist, wie viele kleine Lokalitäten sich dieses Stückchen Hauptstraße im Univiertel teilen und wie divers sie sind. Es gibt mehrere Döner-Läden und mehrere Asiaten, ein Teehaus namens Golden Temple, Mimi’s Crepes mit herzhaften und süßen japanischen Crepes, eine auf Spieße spezialisierte Tapas-Bar mit dem treffenden Namen „Spiesserei“, Falafel, Kumpir und eine Shisha Bar. Das Teehaus, die Crepes und die Spiesserei fanden den Weg auf meine Liste. Die Heinrich-Heine-Buchhandlung erfordert eine ausgiebige Inspektion, die Spanisch-Kalender sind noch nicht reduziert.

Mimi’s Crepes

An der Kreuzung mit der Bushaltestelle Grindelhof fiel mir ein, dass es dort eine hochgelobte Currywurstbude gibt, Curry Grindel. Ich verwarf meine Küchenpläne und beschloss, mir eine Currywurst zu genehmigen. Schließlich wurde die Currywurst – literarisch belegt – in Hamburg erfunden. Wenn man das in Berlin auch anders sieht. Aber dazu ein andermal mehr.
Man hat die Auswahl zwischen drei Sorten Wurst oder Kikok-Hühnchen, alles mit oder ohne Curry, scharf oder nicht scharf, verschiedene Soßen, Pommes mit Ketchup oder Majo. Ich bestellte eine Kalbswurst mit Curry, bisschen scharf, mit geschmorten Zwiebeln und Pommes mit einem Klecks Ketchup. Das durchaus üppige Mahl verzehrte ich an einem Resopaltisch vor der Bude, genoss den Blick auf die lebhafte Kreuzung und freute mich, wie lauschig es an einem Januarabend mitten im ach so verregneten Hamburg war. Es war wirklich lecker.

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